Mittwoch, 7. Januar 2015

25. Kapitel- Jane Casablanca

15. Kapitel- Jane Casablanca

Ihr werdet noch von mir hören.
Tolle Aussichten.
Mir ging der letzte Satz des Entführers nicht aus dem Kopf.
Des Entführers von Jayni, Asaki und Tyler. 
Tyler ist entführt worden.
Diese Erkenntnis sickerte langsam zu mir durch. Langsam wurde mir erst die Bedeutung dieses Satzes klar. Tyler ist entführt worden. Und zwar von einem irren Kerl mit einem Messer. Wir wussten nicht, wohin, warum und vorallem: Ob wir Tyler jemals wiedersehen würden.
Der Entführer war auf Tyler zugegangen. Und Tyler war mitgegangen. Ohne sich zu wehren. Er hatte sich für Yuuna und mich geopfert. Aber mit welchem Preis! Er und der Entführer waren im Dunkel der Achterbahn verschwunden. In die entgegengesetzte Richtung. Yuuna und ich hatten schließlich den Weg nach draußen gefunden; ich hatte die völlig aufgelöste Yuuna noch zu ihrem Apartement begleitet. Wir hatten abgemacht, uns morgen wieder zu treffen und unser weiteres Vorgehen zu beratschlagen. Letztendlich war ich dann eine dreiviertel Stunde zu spät bei Marty und seinen Eltern eingetroffen. Sie hatten sich anscheinend ziemliche Sorgen um mich gemacht, aber nach einer Ausrede meinerseits, ich hätte vor lauter Begeisterung die Zeit vergessen, gaben sie Ruhe. Wir saßen beim Mittagessen, und Martys Mom durchlöcherte mich mit Fragen und hatte zu jeder meiner Bewegungen einen Kommentar. 
"Jane, du siehst blass aus! Geht es dir gut? Ist das die Zeitverschiebung? Iss doch noch etwas! Vielleicht noch ein paar Bohnen? Oder ein Schälchen Obstsalat? Sag' einfach, wenn du irgendetwas brauchst!" 
Diese Ansage wiederholte sie leider alle zwei Minuten, weshalb ich froh war, kurzzeitig erlöst zu sein, als das Telefon klingelte. Mit einem "Ich geh' ran!" erhob ich mich vom Esstisch, ging ins Wohnzimmer und nahm den Hörer ab. 
"Hallo?"
"Dich werde ich auch noch erwischen, Jane Casablanca. Dich und diese Yuuna auch. Und wenn du nur ein Sterbenswörtchen verrätst, müssen alle deine Lieben dran glauben. Verstehst du, was ich meine? Also keinen Unfug machen! Bis auf ein baldiges Wiedersehen!"  
Und aufgelegt. Mir war flau im Magen. Meine Kehle schien zu brennen und mein Herz wie ein Schlagzeug zu schlagen. Dies war dieselbe Stimme wie die des Entführers in der Geisterbahn gewesen. Er hatte Tyler entführt und plante nun auch noch Yuunas und meine Eliminierung. Und mein Gefühl sagte mir, dass wir unmöglich die einzigen Opfer sein würden.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Kapitel 22- Jane Casablanca

Ahoy!
Seid ihr alle froh und gesund ins neue Jahr gerutscht? 
Und nun wieder ein Kapitel von mir, da Siathen noch nicht aus dem Urlaub zurück ist und Chiarella und ich ja jetzt immer abwechselnd schreiben :-)
Viel Spaß! Und noch einmal: Ich würde mich SEHR über Kommentare freuen!

Kapitel 22- Jane Casablanca
Eins muss man den Großstädten lassen: Jahrmärkte gibt es in Alaska nicht. Und Jahrmärkte sind einfach super. Und am allerallersupersten ist der New Yorker Jahrmarkt. Und das Prunkstück des New Yorker Jahrmarkts sind die Achterbahnen. Denn davon gibt es ungemein viele. 
Der Rummel, zu dem Tyler Yuuna, Asaki und mich geführt hatte, befand sich mitten in der Stadt auf einem großen Platz. Achter- und Geisterbahnen, Karussells und selbst das Riesenrad schienen dort nur vorübergehend zu stehen und sich abbauen zu lassen. 
Tyler erzählte, gleich bei ihm um die Ecke sei ein weiterer Jahrmarkt, das weltberühmte Disneyland, und wenn uns dieser kleinere Rummel gefallen würde, würden wir in ein paar Tagen auch nach Disneyland fahren. 
Yuuna fragte ihn skeptisch, wieso wir auf einen Jahrmarkt gehen würden, obwohl wir eigentlich wichtigere Dinge zu tun hätten, wie zum Beispiel die mysteriösen Ereignisse aufzuklären.
 Tyler gab zurück: "Sherlock Holmes können wir auch noch später spielen. Das hier ist doch eine gute Ablenkung von dem ganzen Zeug, oder? Ein bisschen Spaß muss sein."
Darauf erwiderte Yuuna nichts. Inzwischen hatten wir schon drei Achterbahnen, ein Teetassenkarussell und einen Imbissstand unsicher gemacht (Asaki war schon ziemlich grün im Gesicht).
Tyler kaufte gerade die Fahrchips für die Geisterbahn. Der Kerl, der in der Geisterbahn arbeitete, führte uns mit gelangweiltem Blick zu einem Gleis, auf dem bereits ein gewollt gruselig ausstaffierter "Geisterzug" stand, mit dem wir in das Geisterhaus fahren würden. Ganz vorne, im ersten Wagen, saß eng umschlungen ein junges Pärchen, zwei Reihen dahinter verteilte sich eine Familie auf zwei Wagen, bestehend aus zwei kleinen Kindern, einem beängstigend fetten Mann und einer dürren Frau mit fahler Haut und strengem Gesicht. Wir vier setzten uns in die letzten Wagen des Zugs, Yuuna und Asaki ganz nach hinten, und Tyler und ich eine Reihe davor. Mit einem Knall schloss der Geisterbahnkerl die Türen und schlurfte zurück in das Kartenverkaufshäuschen. Er drückte einen Hebel und Ruck! fuhr der Zug an, direkt in die Schwärze des Geisterhauses hinein. 
Ich war noch nie Geisterbahn gefahren (wo auch in Alaska, im Grusel-Grizzly-Express?), aber ich entschied mich dafür, dass mir die Fahrt Spaß machte, obwohl sie überhaupt nicht gruselig war. Die Kinder ein paar Wagen vor uns kreischten sich die Seele aus dem Leib, aber ich fand die Mischung aus lächerlicher Schauermusik, Knarrgeräuschen und brutal zugerichteten Plastikpuppen nicht annähernd zum Gruseln, und anscheinend ging es dem wegdämmerndem Tyler, der gähnenden Yuuna und dem schnarchenden Asaki genauso.
Es wurde erst gruselig, als der Zug stehen blieb. 
Zuerst dachte ich, es sei ein weiteres Gruselelement. Aber als nach fünf Minuten nichts geschah, wurde ich nervös. Auf einmal durchbrach Tylers Stimme das Schweigen.
"Leute...? Fällt euch was auf? Wir sind die einzigen hier!"
"Hä?" Mein Kommentar dazu.
"Die... Die anderen Mitfahrer sind weg. Verschwunden."
"Das kann nicht sein!", rief Yuuna. Sie erhob sich von ihrem Sitzplatz. "Hallo? Ist da jemand? Da vorne? Hallo???"
Tatsächlich, Tyler hatte Recht. Unsere Mitfahrer, die Familie und das Paar, waren spurlos verschwunden.
"Verpufft." Asakis Stimme klang unbehaglich.
Yuuna regte sich immer noch auf.
"Aber wie geht das???????"
"Keine Ahnung. Das passiert hier ja die ganze Zeit! Mit ihnen ist das gleiche passiert, wie mit Jayni und allen anderen. Obwohl... Vielleicht ist er gekommen..." In Tylers Stimme schwang ein Schaudern mit.
"Wer???" Yuuna schien gleich der Kragen zu platzen.
"RAUS HIER! ABER SCHNELL!"
Tyler sprang auf, drückte mit Gewalt die Sicherheitsstange hoch und stieg aus dem Wagen.
"Warum? Was ist denn los?", wollte ich wissen. Ich hasse Geheimnistuerei.
"Keine Zeit für Erklärungen! Weg hier!"
Tyler klang panisch. Asaki stand bereits neben ihm, Yuuna kletterte gerade aus dem Wagen. Ich folgte ihrem Beispiel. Hastig begann Tyler, den Gang zurückzulaufen. Dabei sah er sich wie gehetzt um.
Die Schienen wurden durch trübes, rotes Licht erhellt, sodass man wenigstens den Weg sehen konnte.
Mir war aufgefallen, dass alle Gespenstereffekte aufgehört hatten. Wie bei einem Stromausfall. Nur das dazu noch das Sicherheitspersonal und die Fahrgäste ausgefallen waren. Oder besser gesagt: verschwunden. Spurlos verschwunden. Durch was bloß? Oder besser: Durch wen?
Zum ersten Mal ging mir auf, dass wir in dieser Geisterbahn vielleicht nicht alleine waren.












Sonntag, 28. Dezember 2014

20. Kapitel- Jane Casablanca

Hallo alle miteinander!
Tschuldigung, das ich gestern nicht geschrieben habe, aber 1. kamen ja vorgestern zwei Kapitel und 2. hatte ich keine Zeit :-D . Auch haben wir jetzt beschlossen, nur noch alle zwei Tage zu schreiben, damit wir mehr Zeit für die Einträge haben und damit ihr schön hinterherkommt!
Hoffentlich gefällt euch unsere Geschichte! Wow, schon 20 Kapitel *-* !
Aber jetzt will ich euch nicht weiter aufhalten, viel Spaß beim NÄCHSTEN KAPITEL:

20. Kapitel- Jane Casablanca

New York. 
Riesig.
Hochmodern.
Bombastisch.
EINFACH BOMBASTISCH!
Das waren meine Gedanken, als ich aus dem Schlafzimmerfenster schaute. Unser Apartement war umgeben von tausenden Hochhäusern, die bis in die Wolken aufragten. Das Haus, in dessen fünftem Stockwerk wir wohnten (Mist, Treppensteigen), lag direkt an einer Hauptstraße, auf der Tag und Nacht mehrere besetzte Spuren von Autos fuhren. Mit anderen Worten: Den ganzen Tag: BRUMM BRUMM!
Und leider auch die ganze Nacht, was hieß, dass ich letzte Nacht nicht ein Auge zugetan hatte.
Momentan waren in New York Winterferien und ich würde mich gleich heute mit Tyler und Yuuna treffen. Das hatten wir noch per Chat vor dem Abflug ausgemacht. Yuuna war schon am Vorabend bei den Scarvys eingetroffen. Ich würde also sofort nach dem Frühstück aufbrechen. Solange untersuchte ich noch mein Zimmer. Gestern waren wir in aller Eile abends hier angekommen, hatten unsere Taschen in die Ecken geworfen und in einem Lokal um die Ecke Burger gegessen. Ich hatte also erst jetzt Zeit gefunden, mir die Wohnung genau anzuschauen. 
Martys Eltern hatten ein eigenes, großes Schlafzimmer mit Doppelbett, Marty und ich hatten eigene Zimmer, die beide ziemlich eng waren und nebeneinander an der Hauptstraße lagen. Dann gab es noch ein Esszimmer, an das die Küche angrenzte, als Hauptraum das riesige Wohnzimmer, das mit einem Fernseher, einem grellroten Wollteppich und mehreren Sesseln ausgestattet war, ein winziges Badezimmer, eine Abstellkammer, in der Lebensmittel und Gerümpel gelagert wurden und ein Arbeitszimmer, das an den Raum von Martys Eltern angrenzte. Die Wohnung war im Vergleich zu unserem Haus in Alaska popelig. Ich fühlte mich unglaublich eingeengt. Mein Zimmer bestand hauptsächlich aus einem Bett, das dreiviertel des Bodens einnahm. Dann gab es noch einen Schrank und einen Mini-Schreibtisch. Von meinem Fenster aus konnte man keine Sterne sehen. Nur, wiegesagt, die Straße und die Hochhäuser.
Während ich noch deprimiert auf das langsam erwachende New York starrte, ertönte die Stimme von Martys Mutter: "Marty! Jane! Aufstehen! Es gibt Frühstück!"
Ich schlurfte aus meinem Raum ins Esszimmer und setzte mich an den Tisch. Marty erschien wenige Minuten später.
"Und, habt ihr gut geschlafen?", wollte Martys Mutter gut gelaunt wissen.
Die aufrichtige Antwort wäre "Nein" gewesen, aber ich war nun mal ein höflicher Mensch.
"Ja."
Marty gab keinen Ton von sich, er sah totmüde aus. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen vom Kopf ab, seine Augen waren dunkler denn je und darunter zogen sich tiefe Ringe. Lustlos stocherte er in seinen Cornflakes. Ohne jeglichen Appetit biss ich in einen Toast. Er schmeckte fade und trocken. Bei uns zuhause hatte es immer saftiges, frisches Brot gegeben, mit Ziegenkäse oder Honig oder selbstgemachter Hagebuttenmarmelade... 
Nachdem ich noch einige Schlucke des vollkommen überzuckerten Supermarkt-Tees getrunken hatte, erhob ich mich.
"Ich gehe ein bisschen raus, will mir die Stadt ansehen."
"Ich komme mit!"
Marty stand ebenfalls auf.
Scheiße.
 "Ach, komm, Marty, ruh' dich aus, du siehst echt verdammt müde aus."
"Neee, ich wollte mir auch die Stadt ansehen. Ein bisschen Bewegung wird mich schon auf Trab bringen!"
Ich biss die Zähne zusammen. Scheiße, scheiße, scheiße, mit Marty konnte ich doch nicht zu Tyler!
Aber da schaltete sich Martys Mutter ein:
"Marty, hast du schon deine Tasche ausgeräumt?"
"Ähhh... Mach ich später!"
"Nein, nein, nein, Freundchen, das machst du JETZT! Jane ist schon fertig mit auspacken, aber du..." 
"Mom, bitte...!"
"Keine Widerrede! Du gehst erst raus, wenn alle Klamotten im Schrank sind, du angezogen bist und dein Bett kannst du auch noch machen! Bist doch kein kleines Kind mehr!!!"
Marty schien das ganze ziemlich peinlich zu sein, er verschwand schnell in sein Zimmer.
Ich streifte meine Jacke über. Martys Vater hielt mir noch einen ellenlangen Vortrag über Verkehrsregeln in der Großstadt und was ich zu tun hatte, wenn ich mich verirren würde. Ich sollte ein Handy mitnehmen und pünktlich zum Mittagessen um ein Uhr wieder da sein, danach war ein Ausflug zum Empire State Building geplant. Ich bejahte alles und verabschiedete mich schnell, bevor Marty womöglich noch im Turbo- Tempo seinen Koffer auspacken konnte. 
Ich zog einen Zettel mit Tylers Adresse aus der Jackentasche. Nur ein paar Häuserblocks weiter befand sich sein Haus. Ich überquerte eine Brücke nach New Jersey, bog um einige Ecken und lief über die breiten Straßen, bis ich an einem Haus angekommen war, das vielleicht sieben Stockwerke hoch war und in einem hellen bege-Ton angestrichen war. Ich trat in den Aufgang und suchte die Klingelschilder ab. Da, gleich im ersten Stock prankte neben der Klingel in Blockschrift:
SCARVY
Ich holte noch einmal tief Luft und drückte meinen Finger fest auf die Klingel. Ein heller Gong erklang.
Tyler, Yuuna, ich bin da. 

 

Donnerstag, 25. Dezember 2014

17. Kapitel- Jane Casablanca


Hey Ho!!! 
Ich bin euch wirklich sehr dankbar, dass ihr meinen Blog anklickt und wünsche euch (nachträglich) frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr!!!!!
Gestern war bei unserer Geschichte Weihnachtspause, also geht's erst heute weiter (aber gestern hat eh keiner den Blog angeklickt). Viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!

17. Kapitel- Jane Casablanca

Das Flugzeug hatte über den Polarwinden ziemlich gewackelt, beruhigte sich jedoch allmählich wieder und es zeigte sich sogar ein Fleckchen Wald unter den eisgrauen Wolken, die ganz anders aussahen als die hellen, watteähnlichen Wolken, die über südlichen Ländern hängen. Die Wolken Alaskas waren wild, ungezähmt und finster, hatten aber dennoch etwas vertrautes an sich.
Wir entfernten uns immer weiter von Alaska.
Alaska, meiner Heimat, in der ich aufgewachsen war und von der ich nun fünf Monate getrennt sein würde.
Martys Eltern hatten eine Wohnung in New York gemietet, nur der Hudson River und einige Häuserblocks würden uns von Tylers Haus trennen. Die Vorstellung, in einer Wohnung zu leben, war für mich unerträglich. Eingezwängt kam mir das vor, eingeschlossen, ja unwürdig. Aber das war nun einmal der einzige Weg, mit Tyler und Yuuna Kontakt aufzunehmen. Zur Schule musste ich wohl oder übel auch gehen, wohl auf die gleiche wie Tyler, aber ich hoffte, dass ich mich so oft wie möglich von der Schule und Martys Familie wegschleichen können würde, um mich mit Yuuna und Tyler zu treffen. 
Ich ließ meinen Blick wieder aus dem winzigen Flugzeugfenster schweifen. Dieser riesige, weite Himmel, der mir zuhause in Alaska immer so geheimnisvoll erschienen war, schrumpfte nun auf dieses kleine Blickfeld zusammen. Ein Blickfeld, das man mit einer grauen Klappe zuziehen konnte, um besser einzuschlafen. 
Doch da wurde mir schlagartig etwas klar. Ich befand mich in einem Flugzeug, Und dieses Flugzeug flog gerade durch einen Himmel, auf dem nachts über meinem Zimmer Polarlichter funkelten. Und zwar auch jene schwarzen Polarlichter, die in der rätselhaften Nacht erschienen waren. Auf einmal war der ganze Himmel doch nicht mehr so lächerlich durch das Flugzeugfenster. Mir wurde kalt. Jene abnormale Kraft, die hier vor ein paar Tagen gewirkt hatte, schien überall zu sein, sicher setzte sie sich bereits in den Ritzen des Flugzeugs fest. Wir würden abtürzen, wir würden alle sterben...
Beruhige dich, Jane. Das ist doch alles Quatsch.
Ist es nicht!!! 
Doch. Es gibt für alles eine logische Erklärung. Diese Polarlichter waren sicher nur Einbildung. Und die modernen Flugzeuge sind so gut konstruiert und werden abermillionenmal kontrolliert, sodass sie gar nicht abstürzen können. So ein Unsinn. Beruhige dich. Du bist übernächtigt und aufgeregt und brauchst Ruhe.
Aber das alles war nicht normal! Und es ist immer noch nicht normal!
Nicht hyperventilieren! Ganz ruhig, Jane, ganz ruhig...
NEIN, nicht ganz ruhig! Halt einfach deine Fresse, Gehirn!!! Ich bin doch nicht bescheuert! Das ist...
"Und, Jane... Freust du dich schon auf New York?"
Marty bemühte sich scheinbar, ein Gespräch anzufangen und unterbrach so den Streit meiner Gedanken.
"Ähhhhh... Ja klar, wird bestimmt toll!"
"Cool! Weißt du, ich... Ich bin wirklich froh, dass du mitkommst! Ich hätte dich wirklich vermisst. Und mit dir macht diese Auslandszeit doch viel mehr Spaß!"
Was hatte der denn? So viel Gesülze passte gar nicht zu Marty. Vielleicht hatte seine Mutter ihm das eingetrichtert. Aber dazu war sein Blick viel zu aufrichtig. Ob er ein besserer Schauspieler war, als ich gedacht hatte?
"Da-Danke!"
"Aber sag mal ehrlich, warum wolltest du so unbedingt mit in den Süden? Das mit dem "kulturellen Austausch" war doch Mist. Du hasst Zivilisation, und New York ist das Zentrum der Moderne! Warum?"
Aha, daher wehte der Wind. Aber was sollte ich antworten? Das ich mich mit Tyler und Yuuna treffen wollte, würde ich ihm nicht auf die Nase binden. Der würde doch an meinem Geisteszustand zweifeln! Und er kannte mich, er würde eine Lüge doch sofort durchschauen! Aber das heißt nicht, das ich es nicht versuchen würde.
"Naja ich wollte einfach mal was von der Welt sehen und da fängt man doch besser mal mit den Kulturzentren an oder ist doch 'ne gute Grundlage für Reisende ich meine unser Dorf ist schön aber ääähhhh..."
Du bist eine Meisterin der Lüge, Jane.
Marty jedoch erwiderte nichts, sondern grinste nur verschmitzt vor sich hin und sah irgendwie selbstzufrieden aus. Hey, dachte dieser eingebildete Idiot etwa, ich wäre nur wegen ihm mitgeflogen??? Pff, da hat er sich aber geschnitten, der Doofkopp! Mit einem genervten Blick in seine Richtung wand ich mich wieder dem Fenster zu. Eine Ansage ertönte:
"Liebe Fluggäste, es ist nun 09:43 am Morgen. Wir werden unser Ziel, New York City, in ca. 5 einhalb Stunden erreichen. Alaska Airlines wünscht ihnen weiterhin einen guten Flug!"



Samstag, 20. Dezember 2014

14. Kapitel- Jane

14. Kapitel- Jane Casablanca

Wir müssen uns mal persönlich treffen.
Diese Worte geisterten in meinem Kopf herum, immer und immer wieder. 
Zwei Personen treffen, die ich aus dem Internet kannte. Vielleicht waren es ja gar keine geichaltrigen Teenager, sondern komische alte Knacker, die mich kidnappen wollten. Dieses Zeug, was einem immer und immer wieder von den Erwachsenen eingetrichtert wird. Aber das war noch mein geringstes Problem. Viel relevanter war: Wie sollte ich mich mit Tyler und Yuuna (oder eben den alten Kidnapper-Knackern) treffen??? Und vorallem: wo? Ich wohnte mitten im Wald in Alaska in der Wildnis. Ohne einen guten Grund konnte ich nicht von hier weg, erstrecht nicht mitten im arktischen Winter. Mom und Dad würden mich niemals gehen lassen. Niemals. 

Dies teilte ich auch meinen beiden Chat-Partnern mit:
Und wie soll das gehen? Ich wohne am Arsch der Welt in Alaska. Ich darf hier nicht weg und komme hier nicht weg und herkommen könnt ihr auch nicht. Wo wohnt ihr? Vielleicht finden wir einen anderen Weg.

Und schon nach einer Minute kam eine Antwort von Tyler:
New Jersey. Und meiner Tante ist es scheißegal, ob ich weggehe, oder nicht. ICH bin ihr scheißegal. Die alte Kuh freut sich doch, wenn ich weg bin und sie sich nicht mehr um mich kümmern muss. 

Und dann Yuuna:
Ich wohne in Japan. Also einen Ozean von euch beiden entfernt. Und meine Mutter ist tot. Da will ich gefälligst auch ihren Tod rächen! Und das geht nur, wenn wir uns treffen, Jane, denn diese ganzen Ereignisse MÜSSEN zusammenhängen. Meinetwegen schlage ich mich jahrelang durch die Wildnis, nur um dieses Rätsel lösen zu können. 


Ja, aber verstanden die denn nicht, dass ich nicht weggehen konnte??? Ich schloss die Augen, versuchte mich zu konzentrieren, konnte es aber nicht. Ich beschloss, den Computer einfach Computer sein zu lassen und nach drauße zu gehen. Draußen konnte ich am besten nachdenken. Vielleicht fand sich ja eine Lösung des Probems, wenn ich ein bisschen im Wald herumstreifte. 
ich schickte Yuuna und Tyler eine Nachricht:
Denkt mal darüber nach, dass ich hier NICHT wegkann. Ich hör jetzt auf, bye.

Ich schaltete den Computer aus und rieb mir mit den Händen über die Schläfen. Diese Bildschirme waren wirklich nichts für mich. Hastig erhob ich mich und stieg die Treppen der "Höhle" wieder hinunter. Eiskalte Winde empfingen mich und die Luft stach in meiner Lunge. Selbst in den paar Schritten zu unserem Haus wurde ich halb eingeschneit. Im Haus war es behaglich warm. Um den Kamin saß meine ganze Familie versammelt, zusammen mit der von Marty. Richtig, die hatten wir ja heute zum Essen eingeladen. 
Ich habe dieses Bild bis heute nicht vergessen. Alle waren beisammen, lachten, redeten, waren vollkommen unbeschwert. Das könnte heute keiner von uns mehr. Nicht nach all dem, was passiert ist.
Mom tischte Rentierrücken auf und die ganze Stube roch göttlich. Ich konnte meine Probleme recht gut verdrängen, bis Martys Mutter ihre Pläne für den Winter preisgab:
"Wir gehen in den Süden."
Meine Kinnlade klappte herunter. "WAS???"
"Nur über den Winter. Uns ist es hier zu kalt und zu verlassen." 
Ich starrte abwechselnd sie, Marty und meine Mom an.
"Wo...Wohin fahrt ihr?"
"Nach New York." 
New York. Direkt neben New Jersey. Mein Mund stand noch immer offen. Marty war meine Fahrkarte zu Tyler!!!
Martys Mom lächelte mich milde an. "Keine Angst, Jane, wir kommen nach dem Winter zurück. Und Marty und du können einander ja Briefe schreiben oder skypen. Wir werden schon nicht den Kontakt verlieren."
Ich schloss die Augen. Holte tief Luft. Gleich würde es kommen. Gleich würde die Entscheidung kommen.
"Mom, Dad, ich will mitkommen."
Jetzt waren meine Eltern an der Reihe mit Kinnladen-Fallen-Lassen. 
"Du willst WAS?"
"Ich will mitkommen. Nach New York."
Dad wirkte verdattert, Mom setzte eine mütterliche Miene auf. Dann begannen sie gleichzeitig, auf mich einzureden. 
"WARUM, Jane, WARUM? Du hasst doch..."
"Ich kann ja verstehen, meine Kleine, dass du bei deinem Freund bleiben willst, das ist wirklich rührend, aber..."
"Stop, stop, stop!", unterbrach ich sie genervt. "Ich... Ich möchte einfach mal ein bisschen mehr von der Welt sehen als dieses Kaff. Ich brauche multikulturellen Austausch!"
Ha. Treffendes Argument. Dad sah immer noch nicht sehr überzeugt aus, aber Moms Augen funkelten.
"Mein Schatzilein, das ist ja toll! Du und Großstädte... Endlich zeigst du mal Interesse an der Außenwelt! Allan, ich habe ja immer gesgat, das Kind muss die Welt kennenlernen! ich finde, wir sollten unserer Tochter wirklich mal etwas besseres bieten als DAS hier!"
Für sie schien die Sache schon beschlossen zu sein. Obwohl sie noch gar nicht Martys Mutter um Erlaubnis gefragt hatte, aber diese sah auch ziemlich euphorisch aus. Die beiden vertieften sich in ein Gespräch über die Dinge, die eingepackt werden mussten und über die Schule und über einen Haufen anderen Kram, während die Väter teilnahmslos und überrumpelt dabei zusahen. 
Ich konnte meinen Triumphblick nicht verbergen. New Jersey, ich komme!

Und hier noch der Link zu Chiarella:
www.chiarellas.blogspot.de

Mittwoch, 17. Dezember 2014

11. Kapitel- Jane

Oje, ich entschuldige mich aufrichtig für die Verspätung dieses Kapitels und hoffe, es hat euch nichts ausgemacht, noch einen Tag warten zu müssen.

11. Kapitel- Jane Casablanca

Dieser Blog war meine Rettung. Obwohl er mich im nachhinein nur noch tiefer in das ganze Geschehen hineingezogen hatte. Ihr werdet euch sicher wundern, wie ich in einem abgeschiedenen Kaff wie unserem Dorf zu einem internetfähigen Computer kam- nun ja, wir lebten ja nicht wie die Höhlenmenschen. Es gab im oberen Stockwerk der "Höhle" einen kleinen Raum, in dem vier große, öffentliche Computer standen, auf die jeder Dorfbewohner mit einem eigenen Account Zugriff hatte. Und das W-LAN... Unsere Computer waren mit einem Satelliten verbunden, aber bei Schneestürmen brach die Verbindung zum Internet ab, also waren diese eher eine provisorische Methode zur Nachrichtenbeschaffung. Aber da gerade keiner im Computerzimmer und der Himmel dunkel, aber wolkenlos war, hatte ich den Weg der modernen Technik gewählt, um den merkwürdigen Ereignissen auf die Spur zu kommen. Ich musste zugeben, dass ich erst ein- oder zweimal auf meinem Account war, weil ich jegliche Technik eigentlich verabscheute, aber an diesem Tag erschien es mir durchaus nützlich, mal mit dem Computer zu arbeiten. Und dann war ich auf diesen Blog gestoßen, Paranormal Activity. Wo anscheinend noch andere Menschen Probleme mit ungewöhnlichen Ereignissen hatten. Aber um ehrlich zu sein, hörte sich das, was die weiteren Betroffenen dort geschrieben hatten, ziemlich abartig an. Das mit diesen Killerschatten und dem Gedächtnisverlust aller anderen Menschen... Ich war nicht abergläubisch, ich war mir (zumindest damals noch) sicher, das hinter den Polarlichtern und den toten Grizzlys eine logische, wissenschaftliche Erklärung stecken müsse. Aber dieses abstruse Zeug, das diese anderen da erzählten... Eine LOGISCHE Erklärung? Mein Unterbewusstsein meldete sich:
Da hast du ja mal wieder ein paar schöne Spinner aufgetan, Jane.
Aber irgendwie... irgendwie... glaubte ich, dass mir grade diese Spinner aus meiner Notlage helfen konnten.

Hallo wieder, tippte ich in den Blog, wollen wir vielleicht mal E-mail Adressen austauschen? Woher kommt ihr? Wer seid ihr? Wo lebt ihr? Ist bei euch noch etwas ungewöhnliches passiert?

War gespannt, ob sie antworten würden. Nur wenige Minuten später wurde eine Nachricht geschickt. 

Langsam wird es verdammt spooky, Leuts!!! Immer mehr Schatten tauchen auf, aber keiner außer mir kann sie, glaube ich, sehen!!! Klar, wir sollten dringend mal miteinander reden! Vielleicht kann einer von euch die Schatten sehen?

Und gleich danach die zweite:
Es VERSCHWINDEN total viele Menschen! Keiner erinnert sich an sie! Meine HALBE KLASSE ist weg! Drehe ich langsam durch??? Wir sollten uns mal treffen oder so, ich will nicht mit verschwinden! Gehöre ich ins Irrenhaus??? Oder was ist hier los??? Ich versteh gar nichts mehr!

Das hörte sich verdammt dringend an. Tja, Unterbewusstsein, sieht so aus, als ob jene Spinner in Lebensgefahr stecken. Und was ist mit mir? Wann wird es so weit kommen, dass es auch hier, in Alaska, gefährlich wird?



Dienstag, 16. Dezember 2014

Keine Zeit

Sorry Leuts, habe grade keine Zeit, also wird es das 11. KApitel wohl erst morgen geben ;-(
Bis dann, Indy